Die Sparte „Privatkunden-Telefonleitungen“ des britischen Telekommunikationsunternehmens BT verwendete eine gemischte X.25- und Ethernet-Umgebung. BT hatte es sich zum Ziel gesetzt, das X.25-WAN abzuschaffen und eine direkte IP-Verbindung zu den LDUs (Loop Diagnostic Units - Schleifendiagnoseeinheiten) herzustellen. Das würde es dem Unternehmen ermöglichen, bei der Kommunikation mit den Vermittlungsstellen viel höhere Geschwindigkeiten zu verwenden, und seinen Kunden so einen effizienteren und schnelleren Service anzubieten. Bei der Umstellung auf ein IP-Netzwerk war es wichtig, dass nicht die gesamte vorhandene Infrastruktur ersetzt werden musste, da sie noch nicht das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hatte.

Szenario:

Ein Privatkunde meldet, dass seine Telefonleitung fehlerhaft zu sein scheint. In der Zentrale von BT wird über die Vermittlungsstelle ein Leitungstest ausgelöst. Um eine Telefonleitung zu testen, stellen Techniker eine Verbindung zu einem LDU in der Vermittlungsstelle her, das die Telefonleitung überprüft. Diese erste Prüfung zeigt, ob die Leitung störungsfrei ist, oder ob weitere Untersuchungen erforderlich sind und ein Techniker entsendet werden muss.

Diese anfängliche Prüfung wurde über das X.25-Netzwerk durchgeführt. Ein Benutzer in einem Remote-Netzwerk öffnete bisher eine Anwendung, gab eine IP-Adresse und eine Portnummer ein und sendete einen Befehl an ein LDU im LAN und dann über X.25-Paketierer/Depaketierer (PAD) an eine serielle Verbindung beim LDU. Das LDU kommuniziert über eine serielle Verbindung, um das Testen der spezifischen Leitung anzufordern. Die Zentrale übergibt dem LDU die Leitung oder Reihe von Leitungen, das LDU testet sie und sendet die Ergebnisse an den Benutzer im LAN zurück.

BT wollte eine direkte IP-Verbindung zum LDU als Ersatz für das X.25-Netzwerk. Das würde es dem Unternehmen ermöglichen, bei der Kommunikation mit den Vermittlungsstellen viel höhere Geschwindigkeiten zu verwenden, und seinen Kunden so einen effizienteren und schnelleren Service anzubieten. Es war nicht erforderlich, das LDU zu ersetzen, da es das Ende seines Lebenszyklus noch nicht erreicht hatte. Es sollte jedoch möglich sein, sicher und remote über Ethernet auf das LDU zuzugreifen.

Die meisten Vermittlungsstellen haben ein LDU, einige haben mehrere und benötigen daher eine größere Zahl von seriellen Ports. Jedes LDU verfügt über 4 serielle Ports, die aus einem Admin-Port, einem Port zur Vermittlungsstelle, einem Xserver-Port und einem seriellen Port für die Ethernet-Anbindung bestehen.

In enger Zusammenarbeit mit Perle Systems fand man in dem Angebot an IOLAN Terminal Server schnell ein geeignetes Produkt. Bei dem Auswahlprozess konzentrierte man sich u. a. auf folgende wichtige Anforderungen:

  1. Redundanz – eine Backup-Funktion, um bei einem Strom- oder Netzwerkausfall auf die LDUs zugreifen zu können
  2. Sicherheit – das Produkt musste dem „Safe to Connect“-Standard von BT entsprechen
  3. Support – lokale Unterstützung in Großbritannien

Es wurden IOLAN STS 8 DC Terminal Server in den Vermittlungsstellen installiert und an die LDUs angeschlossen. 

IOLAN Terminal Server von Perle Systems halfen BT, seine LDUs zu behalten, während sie gleichzeitig einen Remote-Zugriff über IP ermöglichen.

Perle IOLAN STS8 DC Terminal Servers were installed in over 2400 BT Telco Exchanges

Um die erforderliche redundante Stromversorgung zu ermöglichen, wurden Perle IOLAN STS8 DC Terminal Server mit 2 abgesicherte 50V-Anspeisungen, von einem dedizierten Windpark mit einer zentralisierten Erdleitung, mit den Primär-und Sekundär DC-Eingängen verbunden. Die Dual-Feed DC Terminal Server von Perle, funktionieren so dass im Falle des Stromausfall zu der primären Energiequelle, bezieht der IOLAN Strom aus der zweiten Quelle und kann von einer Quelle zur anderen hin-und herschalten, wodurch der Dauerbetrieb sichergestellt wird.

Perle IOLAN STS Terminal Server wurden zusätzlich umfangreichen Tests unterzogen und erfüllen die „Safe to Connect“-Anforderungen von BT. Dies ist eine Reihe von Anforderungen, die strenger sind als normale Testverfahren. Es wurde die gesamte IOLAN STS-Serie neu getestet, wobei die verschiedenen erforderlichen Standards eingehalten wurden.

Der IOLAN STS DC Rack Terminal Server ist mit 4, 8 oder 16 RS232-Ports mit RJ45-Schnittstelle, 10/100/1000 Ethernet, dualer 48 V Gleichstrom-Versorgung (Gleichstrombereich von 36 bis 72 V) und erweiterten Sicherheitsfunktionen erhältlich.